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Das zweite Staatsexamen – 10 Tipps & Tricks zur Vorbereitung

By 27. November 2018 No Comments
Sebastian Erfahrungsberichte zum Referendariat

Das zweite Staatsexamen – 10 Tipps & Tricks zur Vorbereitung

So bereitet ihr euch erfolgreich vor

Das Examen rückt näher, der Stress steigt. Die Zeit zum Lernen schrumpft, das für das Examen notwendige Wissen scheint jedoch nicht exponentiell zu steigen. Eine Situation, die die meisten wahrscheinlich schon von der Vorbereitung zum ersten Examen her kennen. Das Referendariat bietet hierzu jedoch eine weitere Hürde: Vielen Referendaren verlangt die Anwaltsstation zusätzlich einiges ab. Die vermeintliche Folge sind Nachtschichten, kaum bis kein Ausgleich und stetig steigende Panik. Dies hilft der Examensvorbereitung jedoch nur wenig; darüber hinaus ist eine solche Situation ungesund. Die folgenden Tipps und Tricks sollen Euch deshalb dabei helfen, nicht völlig in einem dunklen Loch zu versinken.

Tipp 1: „Keine Panik auf der Titanic“

Jürgen Drews gehört mit diesem Ratschlag wohl der herrschenden Meinung an. Klar macht sich auf dem Weg zum Examen eine gewisse Panik breit, doch wer sich ihr beugt, schadet sich nur selbst, da durch sie Motivation und Konzentration auf der Strecke bleiben. In akuten Situationen ist es deshalb ratsam, die Arbeit zur Seite zu legen und durchzuatmen.

Tipp 2: Pausen gezielt nutzen

Verschnaufpausen sind genauso wichtig wie das Lernen an sich. Sie sind außerdem bedarfsabhängig: 5-Minuten-Pausen bringen rein gar nichts, wenn ein Bedarf nach einer längeren Pause besteht. Umgekehrt sind längere Pausen im Grunde dann überflüssig, wenn insbesondere Konzentration und Motivation vollumfänglich gegeben sind.

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Tipp 3: Einen Ausgleich zum Lernstress schaffen

Neben regelmäßigen Pausen darf eine gewisse Freizeit als Ausgleich zum Lernstress nicht fehlen. Auch die Freizeit sollte bedarfsabhängig gestaltet werden. Wer eine längere Auszeit braucht, sollte Energie mit einem Kurzurlaub tanken. Für kürzere Auszeiten ist etwa Sport ein geeigneter Ausgleich. Selbstverständlich sind die Gestaltungen der Auszeiten beziehungsweise des jeweiligen Ausgleichs aber typenabhängig.

Tipp 4: Routinen beim Lernen – denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Es ist nicht nur in der Psychologie bekannt, dass der Mensch durchaus ein Gewohnheitstier ist. Diese Erkenntnis lässt sich auch zum Lernen nutzen, denn es hilft oftmals eine Routine beziehungsweise eine Gewohnheit beim Lernen zu haben, zum Beispiel der immer gleiche Ablauf der Lerntage, der gleiche Arbeitsplatz etc.

Tipp 5: Welcher Lerntyp bist Du?

Lernen ist nicht gleich Lernen. Es gibt nämlich drei Methoden, um sich Wissen einzuprägen: Lesen, Hören, Schreiben. Sicherlich wird eine Kombination am sinnvollsten sein. Doch zu welchem Lerntyp man selbst tatsächlich gehört, muss jeder für sich selbst herausfinden. Dies mag zwar einfach klingen, stellt für einige aber sogar noch im zweiten Examen eine große Herausforderung dar. Hier gilt trial and error und im Sinne von Tipp 1: „Keine Panik auf der Titanic“.

Tipp 6: Lieber alleine lernen oder in der Gruppe?

Natürlich handelt es sich auch hierbei um eine Geschmacksache, dennoch ist auch hier eine gesunde Mischung ratsam. In beiden Fällen ist die Gefahr der Prokrastination sicherlich groß, mit der richtigen Gruppe ist die Wahrscheinlichkeit aber größer, dass man aus dieser Spirale wieder herausgerissen wird. Das Lernen in der Gruppe hat darüber hinaus den Vorteil, dass ein Gedankenaustausch stattfindet. Dieser Gedankenaustausch hat jedoch auch seine Schattenseiten, denn wer sich zu sehr auf die Gedanken der Anderen verlässt, schult weniger seine eigenen Fähigkeiten.

Tipp 7: Der Lernplan für ein geordnetes Lernen

Ein gutes Hilfsmittel für die Umsetzung der Tipps 2 bis 6 ist ein Lernplan. Dieser sollte jedoch nicht zu statisch gestaltet werden und neben geplanten Ausgleichsmöglichkeiten auch Puffer für ungeplante freie Tage enthalten. Dies ist erforderlich, um der sogenannten Examensdepression entgegenzuwirken. Diese Art Depression ist bei Examensvorbereitungen ein regelmäßig auftretendes Phänomen, das für negative Gefühle und wenig hilfreiche Gedankengänge sorgt. Dadurch leiden letztendlich unter anderem auch die Konzentration und die Motivation, mit der Folge, dass der Lernerfolg beziehungsweise das Lernpensum geschmälert wird. Besteht kein ordentlicher Puffer und / oder unzureichende Ausgleichsmöglichkeiten, entsteht ein Teufelskreis, wodurch die Examensdepression nur verstärkt wird.

Tipp 8: Schreibt so viele Klausuren wie nur möglich

Lernen anhand von Skripten ist natürlich durchaus hilfreich, sollte in aller Regel aber nicht das Hauptlernwerkzeug sein. Im Examen selbst ist schließlich auch die Falllösung im Rahmen eines praxistauglichen Urteils, (An-)Klageschrift oder Schriftsatzes entscheidend. Klausuren haben außerdem den Vorteil, dass durch sie auch theoretisches Wissen vermittelt beziehungsweise geprüft wird, der Prüfling dennoch ein Gefühl ein gutes Zeitmanagement entwickelt. Deshalb ist das Lernen an Klausuren gerade für das zweite Examen eine besonders wertvolle Strategie. Hauptaugenmerk sollte daher auch auf Übungsklausuren unter Examensbedingungen und bestenfalls mit Korrekturen liegen. Hierfür können etwa die Klausurenkurse am jeweiligen Landgericht oder von Repetitorien wahrgenommen werden.

Schließlich lassen sich Klausuren mit Korrekturen zu einer gezielten Fehleranalyse verwenden:

Tipp 9: Die Fehleranalyse: „Man lernt aus seinen Fehlern.“

Im Sinne dieser alten Weisheit sind bei der Fehleranalyse insbesondere die bisherige Vorbereitung sowie die bereits geschriebenen Klausuren kritisch zu begutachten: Welche Lernmethoden haben retrospektiv mehr geholfen, welche weniger? Wo lagen die Probleme bei den Klausuren? Gab es Schwierigkeiten beim Aufbau von Gutachten, (An-)Klage oder Beschluss, oder waren es vielmehr doch eher inhaltliche Probleme? Bestehen darüber hinaus etwaige Lücken?

Tipp 10: Prüfungsängste bekämpfen

Ein Unheil kommt selten allein: So gesellt sich bei einigen Prüfungskandidaten zur Examensdepression die Prüfungsangst. Wer weiß, dass er unter Prüfungsängste leidet, sollte vor dem Examen einen Arzt besuchen. In vielen Fällen stellt die Prüfungsangst nämlich den Hauptgrund für ein Scheitern im Examen dar. Mit der richtigen Hilfe können aber Techniken erlernt werden, die den Umgang mit den Ängsten erleichtern, wodurch schließlich eine erfolgreiche Prüfung greifbar wird.

In Sinne dieses Beitrags wünsche ich allen Examenskandidaten viel Erfolg! 🙂

 

– Sebastian Klingenberg, Referendar und Doktorand aus Hessen

Weitere Veröffentlichungen von Sebastian sind hier und auf seinem Facebook-Blog zu finden.

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