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Freizeit im Referendariat – Geht nicht? Gibt’s nicht!

By 28. August 2018 No Comments
Sinan Erfahrungsberichte Referendariat

Freizeit im Referendariat – Geht nicht? Gibt’s nicht!

„Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit um Sport zu machen“ oder „Ich habe schon kein soziales Leben mehr“ – Das sind Sätze, die man nicht selten hört, wenn man sich in den Pausen mit seinen Referendarkollegen unterhält. Spaßig ist es immer, wenn man in die überraschten Gesichter blickt, wenn man dann entgegnet, dass man selbst 3 bis 4 Mal die Woche zum Sport geht oder sich am Samstag doch nicht mehr die neueste Rechtsprechung des BGH zum „Raserfall“ angeschaut hat.

Was auffällt ist, dass diese klischeebehafteten Vorstellungen aus dem ersten Examen wieder denselben Weg in das Referendariat finden. Warum das natürlich völliger Schwachsinn ist und welche spürbaren Vorteile ein gesunder Lebensstil (und dazu zählt auch Freizeit!) mit sich bringt, will ich in diesem Beitrag verdeutlichen.

„Schlafen ist Zeitverschwendung“

Man braucht kein Mediziner oder Schlafforscher sein, um dieser Aussage vehement entgegenzutreten. „Ich lerne 10 Stunden am Tag“ und „Ich schlafe nur 4 oder 5 Stunden“ sind natürlich erst einmal Sätze, mit denen viele Juristen gerne prahlen. Ob man diese auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen kann, mag erst einmal dahingestellt sein. Aber ich habe sowohl bei der Vorbereitung zum ersten Examen als auch während des Referendariats immer gesund geschlafen. Was bringt mir das intensivste Training, wenn mein Körper sich nicht regenerieren kann, um das Erlernte abzuspeichern?

Es gibt diesbezüglich zahlreiche Studien, die die Wichtigkeit von gutem Tief- und REM-Schlaf für die Speicherung von Wissen ins Langzeitgedächtnis betonen (so etwa in: Psychologische Rundschau (2000), 51, pp. 198-208; Gedächtnisbildung im Schlaf: Die Bedeutung von Schlafstadien und Stresshormonfreisetzung). Das bedeutet in der Konsequenz: Gesunder Schlaf ist Teil eines guten Lernprogramms!

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No pain, no brain

Ein weiterer Aspekt ist die körperliche Aktivität. Ob ihr nun schwimmen geht, eine Runde im Wald joggen wollt oder im Fitnessstudio die Eisen stemmt – körperliche Aktivität ist unverzichtbar, um sich fit zu machen für den anstehenden Klausurenmarathon. Denn dieser fordert von einem nicht nur geistige Höchstleistungen ab, sondern auch körperliche! Mein Pulsschlag beträgt im Schnitt während einer Klausur ca. 110 Schläge inklusive einer ordentlichen Portion Adrenalin. Wenn ihr euch körperlich bewegt und aktiv seid, hat das daher mehrere positive Effekte auf euren Lernerfolg. Zum einen reagiert der Körper auf Stress- und Drucksituationen nicht mehr so empfindlich, zum anderen verbessert sich die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn. Ich mag mich an dieser Stelle anhören, wie ein Sportmediziner, allerdings möchte ich hier meine ganz persönliche Erfahrung dazu wiedergeben.

So reduzierte ich damals zum ersten Examen hin meine sportlichen Aktivitäten im Fitnessstudio, da ich die allseits bekannten „Gewissensbisse“ bekam und dachtet, ich würde zu viel Zeit dort verschwenden, in der ich doch noch zwei Stunden länger lernen könnte. Im Referendariat habe ich das aber wieder abgelegt und gehe nun ca. 3 bis 4 Mal ins Fitnessstudio, stemme schwere Eisen und mache Kardiotraining. Mein Arzt war erstaunt, wie sich meine Symptome verbesserten, die im Studium noch durch plötzliche Schwindelgefühle und Kopfschmerzen während langen Klausurphasen geprägt waren. Jetzt bin ich viel ruhiger geworden während den Klausuren und habe generell viel mehr Ausdauer beim Schreiben ohne diese Schwindelgefühle zu bekommen.

Macht euch immer bewusst: Der Mensch ist von Natur aus nicht dafür gemacht, stundenlang am Schreibtisch zu sitzen und dabei ellenlange Klausuren unter Hochdruck zu schreiben. Das stellt eine Extremsituation für den körperlichen Apparat dar. Er ist biologisch darauf ausgerichtet sich zu bewegen, zu jagen und zu sammeln. Gebt dem Körper also was er braucht –  nämlich Bewegung.

Wenn ich nach ein paar Lerneinheiten nichts mehr in den Kopf bekomme, hilft mir meist ein einstündiger Spaziergang an der frischen Luft.

Wenn euch dann doch wieder das Gewissen plagt, dann denkt einfach daran: Das, was ich jetzt tue, ist Teil meines Lernprogramms. Es bringt mich voran, es macht mich besser.

Fazit

Nicht nur für eure Gesundheit (ja, es gibt wichtigeres im Leben, als ein gutes Juraexamen), auch für bessere Lernergebnisse, kann man noch genug Zeit finden, um Freunde zu treffen (vorzugsweise gerne auch Nichtjuristen) und Sport zu machen. Nichts davon ist Zeitverschwendung oder sinnlos verbrachte Zeit. Ich weiß natürlich nicht, wie ihr da draußen eure Examensvorbereitung betrachtet, aber für mich ist das so etwas wie der Endkampf oder das Champions-League-Finale. Ich trainiere für diese zwei Klausurwochen und nach jedem intensiven Training brauche ich wieder die Regeneration, um jeden Tag aus neue fit und ausgeruht durchstarten zu können.

Ähnlich sieht das auch Birthe Mack, Rechtsreferendarin und Leistungssportlerin. In ihrem Beitrag gibt sie euch einen Eindruck davon, welche Zusammenhänge sie zwischen Leistungsfähigkeit, Ernährung und Sport sieht.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich mit diesem Beitrag zumindest einen Anreiz schaffen konnte, das schlechte Gewissen abzulegen und seinen Lernplan für sich selbst zu reflektieren.

 

– Sinan

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