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Meine Station bei der Stadtverwaltung

By 4. Dezember 2018 No Comments
JurCase Erfahrungsberichte von Referendarin Jannina

Meine Station bei der Stadtverwaltung

Die Verwaltungsstation gehört im Rahmen des Referendariats zu einer der weniger beliebten Stationen. Zwar treffen die Vorurteile zu, dass die Arbeit in der Verwaltung manchmal ganz schön langweilig sein kann, insgesamt bin ich von meiner Verwaltungsstation aber positiv überrascht:

Die JaPro BW sieht für die Verwaltungsstation folgende Ausbildungsorte vor: ein Landratsamt, eine Stadt, eine Gemeinde oder eine Verwaltungsgemeinschaft, ein Regierungspräsidium, eine Landesoberbehörde, eine höhere Sonderbehörde, der Landesbeauftragte für den Datenschutz, eine Polizeidienststelle, die Oberfinanzdirektion, ein kommunaler Landesverband, ein Regionalverband, die Landesanstalt für Kommunikation, eine Hochschulverwaltung, eine Industrie- und Handelskammer, ein Verwaltungsgericht, der Verwaltungsgerichtshof, ein Sozialgericht, das Landessozialgericht, eine Rechtsanwaltskammer, die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, die Europäische Union und der Europarat.

Die Station kann also theoretisch sogar dazu genutzt werden, ins Ausland zu gehen. Nämlich zur EU bzw. zum Europarat. Bei vielen Referendaren ist außerdem ein Aufenthalt  an der Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer besonders beliebt. Solltet ihr immer noch nicht genug von Richtern und Gerichten gehabt haben, lege ich euch eine Bewerbung beim Verwaltungsgericht oder (Landes-)sozialgericht ans Herz.

Wer sich lieber in bekannten Gefilden bewegen will oder die Verwaltungsstation bereits für die Examensvorbereitung nutzen möchte, ist jedoch bei Regierungspräsidium, Landratsamt oder der Stadtverwaltung am besten aufgehoben. So auch ich.

Der Einführungslehrgang Verwaltung:

Der eigentlichen Verwaltungsstation ist in Baden-Württemberg ein zweiwöchiger Einführungslehrgang vorgeschaltet. Dieser findet in Stuttgart am Regierungspräsidium und am Sozialgericht statt. Dort werden nicht nur praxisrelevante Fälle aus dem allgemeinen und dem besonderen Verwaltungsrecht wiederholt, sondern man bekommt auch einen Einblick in Randthemen der Verwaltung. Beispielsweise in das Naturschutzrecht oder das Wasserhaushaltsgesetz. Während viele meiner Kommilitonen nichts mit der Umsiedelung von Eidechsen im Rahmen des Bahnhofsprojekts „Stuttgart 21“ anfangen konnten, fand ich persönlich gerade diese Randthemen interessanter als die Frage, ob ein VA vorliegt oder nicht. Insgesamt war ich positiv überrascht davon, wie vielseitig die Aufgabenbereiche gerade im Regierungspräsidium sind.

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Die Stationsarbeit bei der Stadt:

Meine eigentliche Ausbildung fand dann jedoch bei einer Stadtverwaltung im Landkreis Esslingen statt. „Meine“ Stadt kommt immerhin auf 40.000 Einwohner und beschäftigt mehr als 300 städtische Angestellte. Zugeteilt wurde ich der Leiterin der Rechtsabteilung im Rathaus. Diese kümmert sich als Juristin gemeinsam mit einem weiteren juristischen Mitarbeiter um alle Rechtsfragen, die bei der Stadtverwaltung anfallen. Neben Arbeitsverträgen mit den städtischen Angestellten arbeitet die Abteilung auch Miet- und Pachtverträge für Gebäude und Grundstücke der Stadt aus. Zudem werden typische öffentlich-rechtliche Themen behandelt. Beispielsweise Fragen des Polizeirechts, Baurechts oder Kommunalrechts.

Vom Arbeitsaufwand her ist die Verwaltungsstation wesentlich entspannter als alle anderen Stationen bisher. Ich musste einen Vormittag in der Woche anwesend sein und bekam einmal in der Woche eine „Hausaufgabe“ zur Bearbeitung mit nach Hause. Eine meiner ersten Aufgaben war das Entwerfen einer Verfügung, die ein Hausverbot für das Rathaus enthalten sollte, weil ein Mann betrunken im Rathaus randaliert und die Mitarbeiter beleidigt hatte.

Außerdem wurde mir die Möglichkeit geboten, an einer Sitzung des Gemeinderats teilzunehmen und den städtischen Vollzugsdienst bei seiner Arbeit zu begleiten. Neben der Station blieb mir damit glücklicherweise auch noch genug Zeit, um mich auf das Examen vorzubereiten.

– Jannina

(Referendarin in BW, Autorin auf justillon.de und iurratio.de)

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