ErfahrungsberichteMonaReferendariatZivilstation

Die Planung einer Lerngruppe in der Zivilstation

By 10. Juli 2017 No Comments
Erfahrungsberichte aus dem Referendariat

Die Planung einer Lerngruppe in der Zivilstation

Im Laufe des ersten Monats der Zivilstation machten sich einige Teilnehmer unserer AG über Lerngruppen Gedanken. Bis auf 1-2 Personen fanden alle die Idee von der Planung einer Lerngruppe sehr ansprechend. Die Gruppen wurden daraufhin nach Tagen eingeteilt. Die Teilnehmeranzahl reicht nun von 3-5 Personen. In Lehrbüchern und Skripten wird oft empfohlen, dass eine Lerngruppe maximal aus 4 Personen bestehen sollte.

Unsere Gruppe besteht jetzt aus 3 Mädels. Unser erstes Treffen diente zur Planung der wöchentlichen Lerngruppentreffen, zumal die Treffen ja keine Zeitverschwendung sein sollten.  Eine relativ detaillierte inhaltliche Planung ist somit unerlässlich.

Schwierig ist es hierbei einen sinnvollen Plan auszuarbeiten. Im Internet ist zu diesem Thema recht wenig zu finden, sodass man sich selbst eine Struktur erarbeiten muss.

In einem Brainstorming machten wir uns zunächst Gedanken über die Ziele der Lerngruppe.

Wichtig war uns zunächst, den Aktenvortrag zu üben. Dieser macht in Hessen 10 % der Gesamtnote im 2. Staatsexamen aus. Zudem wählt unser AG-Ausbilder jede Woche einen Referendar aus, der einen Aktenvortrag halten muss, sodass keine von uns darauf unvorbereitet sein wollte. Wir einigten uns darauf, dass eine Person einen Aktenvortrag vorbereitet und die zwei anderen hintereinander vortragen. Aktenvorträge sind in den Ausbildungszeitschriften (z.B. JuS, JA) oder auch in spezieller Lektüre zu finden (z. B. Pagenkopf, Der Aktenvortrag im Assessorexamen). Auf den Seiten der LJPA finden sich auch einige Aktenvorträge (z.B. JPA NRW: https://www.justiz.nrw.de/Karriere/landesjustizpruefungsamt/juristischer_vorbereitungsdienst/kurzvortraege/index.php)

Ein weiteres wichtiges Ziel stellte für uns die Vorbereitung auf die anstehende AG-Klausur (und natürlich auf die Klausuren im 2. Examen) vor. Hierbei soll jeder alleine den Aufgabentext lesen und eine Lösungsskizze (Gliederung) erstellen. Diese wird dann gemeinsam in der Gruppe besprochen und mit der offiziellen Lösungsskizze verglichen. Auch hier kann man aus den gängigen Ausbildungszeitschriften Klausuren für die Bearbeitung finden. Empfehlenswert ist hierbei der Klausurenkurs des Berliner Kammergerichts: https://www.berlin.de/gerichte/kammergericht/karriere/rechtsreferendariat/vorbereitungsdienst/zusatzangebote/internet-klausurenkurs/

Die Wiederholung der AG-Inhalte (Zivilprozessrecht) ist ein weiteres wichtiges Ziel, das durch das Nachbereiten der Stunde (durch abstrakte Wiederholung und/oder Fallbearbeitung) erfolgen kann.

Zuletzt sollte auch die Wiederholung des materiellen Rechts nicht vergessen werden. Hierfür fertigten wir uns einen Lernplan an. Jeder soll zukünftig abwechselnd ein bestimmtes Rechtsgebiet vorstellen. In der Lerngruppe kann von demjenigen das Rechtsgebiet abstrakt und mithilfe eines Hand-Outs vorgestellt werden und/oder praktisch durch die gemeinsame Fallbearbeitung. Für die Fallbearbeitung dient hierzu die einschlägige Literatur, die einem aus der Vorbereitungsphase zum 1. Staatsexamen bekannt sein sollte.

Zusammenfassend sollte unsere Lerngruppen-Treffen aus vier Inhalte bestehen: Aktenvortrag, Klausurvorbereitung, Zivilprozessrecht und Wiederholung des materiellen Rechts. Der Aktenvortrag und die Klausurenvorbereitung nehmen dabei am meistens Zeit ein, sodass diese Komponenten nicht zusammen in einer Einheit bearbeitet werden können und sich abwechseln müssen.

Die Treffen sollten zukünftig 1x in der Woche stattfinden.

Jeder muss einen kleinen Teil vorbereiten. Dies hat den Vorteil, dass die Planung einer Lerneinheit nicht an nur einer Person hängen bleibt. Dies wäre nicht zumutbar, da man auch schon mit der Einzelausbildung beschäftigt genug ist.

Man sollte sich auf die Teilnehmer der Lerngruppe der Person verlassen können. Hierzu gehört es auch, sich rechtzeitig krank zu melden und pünktlich und vorbereitet zur Lerneinheit zu erscheinen. Wenn einer ausfällt, so hat die Lerneinheit mit 2 Personen keinen oder nur wenig Sinn.

In der Bibliothek der Uni Frankfurt reservieren wir uns hierzu immer rechtzeitig einen Gruppenraum.

Hoffentlich konntet ihr euch ein Paar Ideen für die Planung eurer Lerngruppe mitnehmen.

Bis zum nächsten Mal!

Mona

Referendarin aus Hessen

 

Weitere Erfahrungsberichte findet ihr hier!