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Ergebnisse der Juristischen Staatsprüfungen 2024 – Bundesjustizamt veröffentlicht Zahlen

Ergebnisse der Juristischen Staatsprüfungen 2024

Die Ergebnisse im Ersten und Zweiten Staatsexamen in einem Überblick!

Das Bundesjustizamt hat am 30.06.2026 die Ergebnisse der juristischen Staatsprüfungen 2024 veröffentlicht.

Das Erste Staatsexamen

Die Erste Juristische Prüfung bildet den Abschluss des rechtswissenschaftlichen Studiums. Sie setzt sich aus einem universitären Prüfungsteil und einem landeseinheitlichen staatlichen Prüfungsteil zusammen. Die Gesamtnote der Ersten Juristischen Prüfung wird aus den Ergebnissen beider Prüfungsteile gebildet.

JurCase informiert:

Aufgrund der Schwerpunktbereichsprüfung der Universitäten ist die Begrifflichkeit Erstes Staatsexamen terminologisch nicht ganz korrekt, da die Examensprüfung nicht mehr ausschließlich beim Staat liegt. Die Erste Juristische Prüfung wird dennoch im Volksmund und häufig auch unter Jurist:innen als Erstes Staatsexamen bezeichnet. Im Übrigen ist auch die Bezeichnung Referendarexamen, da mit diesem Abschluss der Weg zum Rechtsreferendariat geebnet wird.

Im Jahr 2024 haben 9.255 Studierende nach einer durchschnittlichen Studiendauer von 10,4 Semestern die Erste Juristische Prüfung erfolgreich abgelegt – ein leichter Anstieg gegenüber 2023 (9.217). Die bundesweite Bestehensquote der staatlichen Pflichtfachprüfung liegt bei 72,6 % und damit nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres (72,5 %).

Auch bei den Noten zeigt sich Kontinuität:

  • 36,7 % erreichten ein Prädikatsexamen (vollbefriedigend oder besser).
  • Lediglich 0,5 % erzielten die Spitzennote „sehr gut“.
  • Frauen stellen weiterhin die Mehrheit der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen (57,7 %).

Die Notenstatistik des Bundesamtes für Justiz enthält darüber hinaus gesonderte Statistiken zu den Ergebnissen der staatlichen Pflichtfachprüfung, der universitären Schwerpunktbereichsprüfung sowie zu den Freiversuchen bei der staatlichen Pflichtfachprüfung.

Das Zweite Staatsexamen

Der erfolgreiche Abschluss des rechtswissenschaftlichen Studiums allein genügt jedoch noch nicht für den Erwerb der Befähigung zum Richteramt. Hierfür ist anschließend die Absolvierung des 24-monatigen juristischen Vorbereitungsdienstes (Referendariat) erforderlich, der mit der landeseinheitlichen Zweiten Juristischen Staatsprüfung abgeschlossen wird.

JurCase informiert:

Der Begriff Zweite Juristische Staatsprüfung wird in Anlehnung an die Begrifflichkeit Erste Juristische Prüfung verwendet. Da es sich hierbei jedoch um eine reine Staatsprüfung handelt, ist terminologisch auch der Begriff Zweites Staatsexamen korrekt. Im Übrigen ist der Begriff Assessorexamen nicht unüblich, da mit der bestandenen Examensprüfung der Titel Rechtsassessor bzw. Rechtsassessorin verliehen wird.

Im Jahr 2024 haben insgesamt 8.084 Personen die Zweite Juristische Staatsprüfung erfolgreich bestanden (2023: 8.358). Die bundesweite Bestehensquote liegt bei 87,5 %. Frauen stellen mit 56,6 % erneut die Mehrheit der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.

Besonders bemerkenswert ist die Verteilung der Spitzennoten. Bundesweit erreichten lediglich

  • 21,7 % ein vollbefriedigend, gut oder sehr gut,
  • die Note „sehr gut“ wurde sogar nur in 0,04 % aller Fälle vergeben.

Damit bleibt das Zweite Staatsexamen deutlich selektiver als die Erste Juristische Prüfung.

Notenübersicht der Ersten Juristischen Prüfung 2024 – Erstes Staatsexamen

 

Bundesland Erfolgreiche Kandidaten (m/w/d) Sehr gut Gut Voll befriedigend Befriedigend Ausreichend
Baden-Württemberg 1.095 2 0,2% 65 5,9% 335 30,6% 551 50,3% 142 13,0%
Bayern 1.920 17 0,9% 179 9,3% 535 27,9% 883 46,0% 306 15,9%
Berlin  573 0 0,0% 58 10,1% 219 38,2% 242 42,2% 54 9,4%
Brandenburg 228 0 0,0% 7 3,1% 50 21,9% 120 52,6% 51 22,4%
Bremen 114 0 0,0% 4 3,5% 32 28,1% 54 47,4% 24 21,1%
Hamburg  578 6 1,0% 66 11,4% 169 29,2% 259 44,8% 78 13,5%
Hessen 756 1 0,1% 39 5,2% 246 32,5% 360 47,6% 110 14,6%
Mecklenburg-Vorpommern 98 0 0,0% 1 1,0% 20 20,4% 42 42,9% 35 35,7%
Niedersachsen 641 4 0,6% 53 8,3% 230 35,9% 280 43,7% 74 11,5%
Nordrhein-Westfalen 1.995 11 0,6% 115 5,8% 530 26,6% 863 43,3% 476 23,9%
Rheinland-Pfalz 341 1 0,3% 13 3,8% 76 22,3% 167 49,0% 84 24,6%
Saarland  80 0 0,0% 7 8,8% 13 16,3% 35 43,8% 25 31,3%
Sachsen 298 1 0,3% 13 4,4% 66 22,1% 161 54,0% 57 19,1%
Sachsen-Anhalt 184 1 0,5% 17 9,2% 59 32,1% 80 43,5% 27 14,7%
Schleswig-Holstein 212 1 0,5% 16 7,5% 64 30,2% 99 46,7% 32 15,1%
Thüringen 142 0 0,0% 15 10,6% 36 25,4% 73 51,4% 18 12,7%
Zusammen 9.255 45 0,5% 668 7,2% 2.680 29,0% 4.269 46,1% 1.593 17,2%

Notenübersicht im Assessorexamen 2024 – Zweites Staatsexamen

 

Bundesland Geprüfte Kandidaten (m/w/d) Sehr gut Gut Voll befriedigend Befriedigend Ausreichend Nicht bestanden
Baden-Württemberg 957 0 0,0% 21 2,2% 174 18,2% 392 41,0% 304 31,8% 66 6,9%
Bayern 1.615 1 0,1% 37 2,3% 235 14,6% 591 36,6% 480 29,7% 271 16,8%
Berlin 681 1 0,1% 38 5,6% 202 29,7% 280 41,1% 115 16,9% 45 6,6%
Brandenburg 155 0 0,0% 2 1,3% 19 12,3% 95 61,3% 25 16,1% 14 9,0%
Bremen 70 0 0,0% 0 0,0% 9 12,9% 33 47,1% 18 25,7% 10 14,3%
Hamburg 308 0 0,0% 21 6,8% 100 32,5% 122 39,6% 34 11,0% 31 10,1%
Hessen 1.064 0 0,0% 20 1,9% 249 23,4% 475 44,6% 248 23,3% 72 6,8%
Mecklenburg-Vorpommern 151 0 0,0% 3 2,0% 24 15,9% 69 45,7% 40 26,5% 15 9,9%
Niedersachsen 696 0 0,0% 22 3,2% 160 23,0% 332 47,7% 114 16,4% 68 9,8%
Nordrhein-Westfalen 2.251 2 0,1% 52 2,3% 392 17,4% 901 40,0% 553 24,6% 351 15,6%
Rheinland-Pfalz 323 0 0,0% 5 1,5% 54 16,7% 124 38,4% 91 28,2% 49 15,2%
Saarland 84 0 0,0% 4 4,8% 17 20,2% 34 40,5% 16 19,0% 13 15,5%
Sachsen 276 0 0,0% 5 1,8% 56 20,3% 119 43,1% 69 25,0% 27 9,8%
Sachsen-Anhalt 126 0 0,0% 3 2,4% 24 19,0% 41 32,5% 35 27,8% 23 18,3%
Schleswig-Holstein 423 0 0,0% 2 0,5% 39 9,2% 177 41,8% 106 25,1% 99 23,4%
Thüringen 62 0 0,0% 2 3,2% 15 24,2% 26 41,9% 15 24,2% 4 6,5%
Zusammen 9.242 4 0,0% 237 2,6% 1.769 19,1% 3.811 41,2% 2.263 24,5% 1.158 12,5%

Quelle: Bundesamt für Justiz [Stand: 30.06.2026]

Über die Art der Klausuren und die Gewichtung der in der Zweiten Juristischen Prüfung zu erbringenden Leistung findest du hier alle Informationen zur schriftlichen Prüfung. Alle Informationen zur Gewichtung der Mündlichen Prüfung sind hier zu finden.

Die Länder im Vergleich: Wo wird besonders gut abgeschnitten?

Die Unterschiede zwischen den Ländern fallen beim Zweiten Staatsexamen teilweise noch stärker aus als in der Ersten Juristischen Prüfung.

Prädikat

Addiert man vollbefriedigend, gut und sehr gut, ergibt sich folgendes Bild:

Bundesland Prädikat 
Hamburg 39,3 %
Berlin 35,4 %
Hessen 25,3 %
Niedersachsen 26,2 %
Nordrhein-Westfalen 19,8 %
Bayern 17,0 %

Die Unterschiede sind erheblich und zeigen, dass die Chancen auf ein Prädikat regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Bestehensquoten

Auch bei den Bestehensquoten gibt es deutliche Unterschiede:

Spitze

  • Berlin: 93,4 %
  • Hessen: 93,2 %
  • Baden-Württemberg: 93,1 %

Schlusslicht

  • Sachsen-Anhalt: 81,7 %
  • Bayern: 83,2 %
  • Nordrhein-Westfalen: 84,4 %

Fazit

Die Statistik 2024 bestätigt viele bekannte Entwicklungen:

  • Die Erste Juristische Prüfung bleibt bundesweit stabil – sowohl bei Bestehensquote als auch Notenverteilung.
  • Das Zweite Staatsexamen ist weiterhin die deutlich selektivere Prüfung: Nur rund jede fünfte Absolventin bzw. jeder fünfte Absolvent erreicht ein Prädikat, ein „Sehr gut“ bleibt eine absolute Ausnahme.
  • Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind teilweise erheblich – sowohl bei Bestehensquoten als auch bei der Vergabe von Prädikatsexamina.

Für Examenskandidatinnen und -kandidaten lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Statistik: Sie zeigt nicht nur bundesweite Trends, sondern macht auch deutlich, wie unterschiedlich die Prüfungsrealität in den einzelnen Ländern ausfällt.

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