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Rechtsreferendariat in Hessen (Quickcheck)

By 22. September 2016 No Comments

Rechtsreferendariat in Hessen Quickcheck

Zulassungstermine

In Hessen werden Referendare im Zweimonatstakt eingestellt, jeweils zu den ersten Arbeitstagen der Monate:

  • Januar, März, Mai, Juli, September und November in den Landgerichtsbezirken Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Kassel und Wiesbaden,
  • Januar, Mai und September in den Landgerichtsbezirken Fulda und Limburg a. d. Lahn,
  • März, Juli und November in den Landgerichtsbezirken Hanau und Marburg.

 

Zulassungsfristen

Der Zulassungsantrag für die Referendarsausbildung muss dem zuständigen Landgerichtspräsidenten oder Landgerichtspräsidenten mindestens zwei Monate vor dem gewünschten Einstellungstermin mit den vollständigen Bewerbungsunterlagen vorliegen. Wer die Zweimonatsfrist versäumt oder einen unvollständigen Antrag verschickt, wird erst wieder für die darauf folgenden Einstellungstermine berücksichtigt.

 

Besoldung

Keine Sorge, Referendare müssen während ihrer Ausbildung nicht um ihre Existenz bangen: Das Land Hessen gewährt Rechtreferendaren zur finanziellen Absicherung eine Unterhaltsbeihilfe von derzeit 1030 Euro brutto als monatlichen Grundbetrag. Rechtsreferendare in Hessen erhalten bei entsprechenden Voraussetzungen zudem einen Familienzuschlag. Weihnachts- und Urlaubsgeld oder vermögenswirksame Leistungen werden indessen nicht gezahlt.

 

Ablauf und Stationen

Das Referendariat in Hessen gliedert sich in folgende Stationen:

  1. Zivilrechtsstation (4 Monate):

Im ersten Monat findet zunächst ein zweiwöchiger Einführungslehrgang statt, danach jeweils einmal wöchentlich Arbeitsgemeinschaft und die Ausbildung bei einem Richter am Amts- oder Landgericht.

  1. Strafrechtsstation (4 Monate):

Zu Beginn erfolgt ein einwöchiger Einführungslehrgang, anschließend jeweils wöchentlich Arbeitsgemeinschaft und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, einem Strafrichter oder einer Strafkammer beim Landgericht

  1. Verwaltungsstation (4 Monate):

Beginnt mit einem einwöchigen Einführungslehrgang, danach Arbeitsgemeinschaft sowie Ausbildung bei einer kommunalen Verwaltungsstelle (Stadt, Kreis) oder einer anderen Behörde. Bis zu 2 Monate können beim Verwaltungsgericht abgeleistet werden.

  1. Anwaltsstation (9 Monate):

Beginnt mit einem von der Rechtsanwaltskammer organisierten Einführungslehrgang (zweiwöchig), die Arbeitsgemeinschaft beginnt im zweiten Monat und dauert 4 Monate. Möglich sind ein Splitting auf zwei verschiedene Rechtsanwälte sowie die Kombinationen von Rechtsanwalt und Unternehmen oder Notar (bis zu 3 Monate). Maximal die Hälfte der Station kann zudem im Ausland abgeleistet werden.

  1. Schriftliche Examensprüfungen (21. Monat):

Acht Klausuren: drei zivilrechtliche, zwei strafrechtliche, zwei öffentlich-rechtliche Klausuren sowie eine Klausur aus dem Bereich Arbeit oder Wirtschaft.

  1. Wahlstation (3 Monate):

Ausbildungsstelle kann sehr frei gewählt werden, auch Auslandsaufenthalte sind möglich. Zudem kann eine Ausbildung an einer rechtswissenschaftlichen Fakultät angerechnet werden.

  1. Mündliche Prüfung und Aktenvortrag:

Geprüft werden die Rechtsgebiete Zivilrecht, Strafrecht, öffentliches Recht und Arbeits- bzw. Wirtschaftsrecht. Der Aktenvortrag über das Rechtsgebiet der Wahlstation eröffnet die mündliche Prüfung.

 

Auslandsaufenthalt Ja/Nein

Wen es zur Ausbildung in die Ferne zieht, darf die Hälfte der Straf- Verwaltungs-, oder Rechtsanwaltsstation oder die gesamte Wahlstation (nicht teilbar) im Ausland absolvieren.
Um einen Auslandsaufenthalt sollte man sich frühzeitig bemühen. Benötigt werden: genehmigter Ausbildungsplan, Sprachnachweis, schriftliches Einverständnis der Ausbildungsstelle, eigener Antrag mit Schwerpunktbenennung, Bestätigung über eine Auslandskrankenversicherung. Über die Zulassung der Ausbildungsstellen entscheidet das Oberlandesgericht. Dann steht der Ausbildung in wärmeren Gefilden – z. B. während der Anwalts- und Wahlstation bei einer Deutschen Botschaft, Konsulat oder einer EU-Institution – nichts im Wege.