ErfahrungsberichteReferendariatSvenja

Der Einführungslehrgang zu Beginn des Rechtsreferendariats

By 19. Juni 2017 No Comments

Der Einführungslehrgang

Zwei Wochen Einführungslehrgang liegen hinter mir und ich habe wirklich eine Menge neuer Sachen gelernt und vor allem einen Haufen Papierkram zum Nacharbeiten. Wir bekommen jede AG-Stunde Unterlagen zum jeweiligen Thema ausgeteilt. Nach zwei Wochen hat sich hier schon ein dickes Skript angesammelt, welches inhaltlich wirklich tip top ist. Ich habe daher für mich entscheiden, dass ich erst einmal keine begleitenden Lehrbücher oder Ähnliches brauche. Man kann mit den AG-Unterlagen wirklich super lernen und meiner Meinung nach sind diese auch ausreichend, vor allem in der ersten Zeit, in der so viele neue Sachen auf einen einprasseln.

Ich kann allerdings nicht beurteilen, ob die Unterlagen an jedem Gericht so gut sind.

Inhaltlich hat sich im Einführungslehrgang alles um einen Fall gedreht, an dem wir uns entlang gehangelt haben und so am Ende ein fertiges Urteil stehen hatten.

Der Klausursachverhalt sieht allerdings ganz anders aus, als im ersten Examen und es sind außerdem viel mehr Blätter. Der Sachverhalt besteht, grob gesagt, aus einer Klageschrift, einer Klageerwiderung und prozessualen Vorgängen (z.B. der mündlichen Verhandlung oder dem Erlass eines Versäumnisurteils). Er ist also aufgebaut wie eine Gerichtsakte. Aus diesen ganzen Informationen muss man sich dann sein Urteil „basteln“.

Das Tempo in der AG ist auf jeden Fall deutlich schneller als in der Uni und materiell-rechtliche sowie prozess-rechtliche Kenntnisse werden vorausgesetzt. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich zum Beispiel nichts wiederholt habe vor dem Referendariat und dennoch sehr gut mitgekommen bin. Ich finde aber auch, dass alles sehr viel verständlicher ist, da einfach der Bezug zur Praxis da ist und alles anschaulicher ist.

Das ist auch der Grund warum mir das Referendariat bis jetzt viel mehr Spaß macht als die Vorbereitung für das erste Examen.

Ich muss sagen, dass ich durch das Referendariat wieder meine Freude an Jura gefunden habe, die während der Examensvorbereitung nach und nach verschwunden ist. Durch die kleinen und „familiären“ Gruppen in der AG habe ich auch keine Angst, Fragen zu stellen und arbeite gerne mit und melde mich fleißig. Ich merke, dass ich dadurch auch viel mehr mitnehme aus dem Unterricht.

Nächste Woche beginnt der normale AG-Alltag und meine Zeit bei Gericht geht los. Ich bin schon gespannt, was hier auf mich zukommt.

Bis bald!

Eure Svenja

– Referendarin aus Bayern

 

Weitere Erfahrungsberichte findet ihr hier!