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Auslandspraktikum in der Großkanzlei

By 26. September 2019 No Comments
Charlotte Erfahrungsberichte Referendariat

Auslandspraktikum in der Großkanzlei

Längere Auslandsaufenthalte gehen mit einer langen Liste persönlicher Vorteile einher und sind gerade bei internationalen Wirtschaftskanzleien sehr gerne gesehen. Viele entscheiden sich daher während des Studiums für ein Praktikum im Ausland oder ein LL.M.-Studium im Anschluss an das erste oder zweite Staatsexamen. Wie ein Auslandspraktikum in einer Großkanzlei im Vereinigten Königreich aussehen kann, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Big expectations & looming Brexit:

Mitte Februar 2019 machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt Glasgows, um das nächste Kapitel in puncto „Abenteuer Ausland“ aufzuschlagen: ein achtwöchiges Praktikum in der Glasgower Niederlassung einer weltweit tätigen Kanzlei. Begeistert von den Fächern International Competition Law und International Merger Control während des LL.M., hatte ich mich um einen Praktikumsplatz in genau diesen Bereichen beworben. Da ich mich nach Abschluss des Auslandsstudiums ohnehin noch in Glasgow aufhielt, waren der Bewerbungsprozess und insbesondere das Vorstellungsgespräch organisatorisch leicht zu bewältigen. Hinsichtlich der Bewerbung selbst gibt es allerdings das ein oder andere zu beachten.

Ich erhoffte mir vor allem spannende Einblicke in die alltägliche Mandatsarbeit in einer britischen Kanzlei und eine gute Einbindung in das Team, um auch selbst einen kleinen Beitrag leisten zu können. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, dass alle meine Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen werden sollten – zumal mein Praktikum sich auch auf einen Zeitraum nach dem (ersten) offiziellen Brexit-Datum (29. März 2019) erstreckte und niemand so richtig wusste, wie es danach weitergehen würde. Dass in dieser Hinsicht rückblickend kein Grund zur Sorge bestand, ist heute natürlich bekannt.

Team & Timing: Ein bisschen Glück gehört dazu

Nachdem der erste Tag eher ruhig mit den üblichen Einführungsprozeduren vonstatten ging, ging es dann am zweiten Tag richtig los: Ein Mandant rief am Vormittag an, um einen Notfall zu melden. Mehrere Teammitglieder machten sich sofort auf den Weg, um vor Ort beraten zu können. Ich blieb zwar im Büro, unterstützte in den kommenden Tagen und Wochen jedoch durch Recherche zu formell- und materiell-rechtlichen sowie prozessualen Aspekten. Dadurch wurde ich sehr schnell eng in das Team integriert und konnte an einem Fall von Anfang an über die gesamte Praktikumsdauer mitarbeiten. Dabei war es nicht nur spannend, mitzuerleben, wie die gerade im Auslandsstudium erworbenen Kenntnisse in der Praxis Gestalt annahmen und welche Herausforderungen sich in der anwaltlichen Tätigkeit ergeben, sondern auch, dass alles in einem internationalen Kontext stattfand. An diese fulminante erste Woche schlossen sich eine umfassende „Doc Review“ – also die Sichtung von insgesamt über 900.000 Dokumenten – sowie die Erstellung von Mandantenbriefings an. Zwischendrin wurden immer wieder internationale Telefonkonferenzen mit Kollegen aus anderen europäischen Ländern und den USA abgehalten. Im Laufe des Praktikums arbeitete ich noch an vielen weiteren Projekten mit, war bei Teammeetings und Mandantengesprächen dabei und nahm an mehreren Vorträgen und Abendveranstaltungen teil.

Das Team und die Arbeitsatmosphäre können nur als absolut großartig bezeichnet werden – trotz der sehr arbeitsintensiven Phase. Alle Teammitglieder integrierten mich in den Arbeitsalltag und nahmen sich gerade zu Beginn Zeit, um meine Fragen zu beantworten. Dadurch funktionierte die Zusammenarbeit immer reibungsloser und ich fühlte mich wie ein vollwertiges Mitglied des Teams und eben nicht wie „nur die Praktikantin“. Auch die vermeintliche Sprachbarriere verschwand mit der Zeit, obwohl dabei wohl beachtet werden muss, dass ich die einschlägige Terminologie aufgrund des LL.M.-Studiums noch ziemlich präsent hatte. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte ich zumindest am Anfang mit so mancher Herausforderung zu kämpfen gehabt. Ich denke daher, dass es sich lohnt, sich vor einem Auslandspraktikum nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich gezielt vorzubereiten, um das Beste aus dieser Praxiserfahrung herausholen zu können.

Fazit

Ein Auslandspraktikum ist eine ganz besondere und bereichernde Erfahrung, die sich von einem Studium im Ausland deutlich unterscheidet. Für mich war es eine unvergessliche Zeit in einem großartigen Team mit spannenden Fällen. Ich kann daher ein Praktikum im Ausland nur wärmstens empfehlen! Wer sich ohnehin im Rahmen eines Auslandschwerpunkts oder LL.M.-Studiums im Ausland befindet, kann dies nutzen, um ein Praktikum an das Auslandsstudium anzuschließen.

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