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Im Namen des Volkes – Mein erstes Urteil

Svenja Erfahrungsberichte Referendariat

Im Namen des Volkes – Mein erstes Urteil

Vor einigen Tage habe ich mal wieder eine Akte bei Gericht abholt. Diesmal sollte ich allerdings mein erstes Urteil abfassen, das dann wohl in mein Stationszeugnis einfließen wird.

Da Ende dieser Woche auch schon meine erste Klausur anstand und ich bisher noch nicht wirklich zum Lernen gekommen bin, habe ich mich dazu entschieden, dass das Abfassen des Urteils wohl die beste Übung hierfür wäre – nachdem ich es leider nicht geschafft habe, die erste Klausur aus dem freiwilligen Klausurenkurs zu schreiben (shame on me).

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In der Akte ging es um einen mangelbedingten Rücktritt von einem Kaufvertrag, grundsätzlich also keine sonderlich schwere Materie. Nachdem ich mir alles durchgelesen hatte, war ich mir zunächst nicht ganz sicher, ob die Klage überhaupt schlüssig war, da die Klageschrift extrem dürftig und der Sachverhalt für mich daher sehr unklar war. Ich wusste zum Beispiel nicht einmal, ob der Kaufpreis überhaupt bezahlt worden war. Nachdem ich dann aber zu der Überzeugung gekommen bin, dass mir meine Richterin so eine Akte wohl kaum mit nach Hause geben würde, habe ich dieses kleine Detail einfach unbemerkt unter den Tisch fallen lassen und so getan als würde alles Sinn ergeben.

Dass ich jedoch nicht sonderlich überzeugt war von meiner Entscheidung, hat wohl auch meine Richterin gemerkt und das Weglassen von Begründungen, warum § 346 BGB denn auch wirklich einschlägig ist, kam eher nicht so gut an.

Ich muss sagen, dass es mir auch wirklich schwer fiel, eine endgültige Entscheidung zu treffen und zu bestimmen, welche Partei „Recht hat“, vor allem, weil nicht mehr alles so klar ist, wie in einer Klausur im ersten Examen. Jetzt war ich an der Reihe zu bestimmen, welcher Sachverhalt der Wahrheit entspricht und ein Urteil hierüber zu fällen. Genau das aber ist viel schwerer, als man es sich vorstellt – wer hätte das gedacht!

Das üben wir also lieber nochmal 😉

Bis dahin,

Svenja

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