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Gewusst

Abenteuer LL.M. Studium – Teil 6: Masterarbeit

Die letzte Hürde: Was du für eine erfolgreiche Bearbeitung wissen solltest!

Das Master of Laws Studium zeichnet sich dadurch aus, dass am Ende eine Masterarbeit angefertigt werden muss. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Universität, sind jedoch an den britischen Universitäten alle ähnlich. Diese Ausführungen beziehen sich spezifisch auf die University of Aberdeen, allerdings können die unispezifischen Informationen auf den Seiten der jeweiligen Studiengänge eingesehen werden. In der Regel wird die Masterarbeit zum Abschluss des Studiums geschrieben und hat einen Umfang von 8.000 bis 15.000 Wörtern.

Der Ablauf der Masterarbeit

Die Masterarbeit wird hier an der University of Aberdeen im 3. Trimester geschrieben, das heißt von Mitte Mai bis Mitte August bei Studienbeginn im September. Schon im Januar wurde angekündigt, dass wir uns über ein Thema Gedanken machen sollen. Im 2. Trimester ab Februar startete ein Kurs zur Masterarbeit, in dem alles zum Ablauf besprochen wurde. Wir haben auch eine Liste mit Beispielthemen im Bereich unseres LL.M. Programmes bekommen. Die Masterarbeit hat einen Umfang von 10.000 Wörter inklusive Fußnoten. Das gewählte Thema muss sich innerhalb des LL.M. Programmes befinden, bei mir also im Bereich „Geistige Eigentumsrechte“. Danach gab es eine Liste, wo die verfügbaren Betreuer aufgelistet wurden inklusive ihrer Forschungsschwerpunkte. Dort haben wir uns in eine Gruppe eingewählt und wurden dann Anfang März kontaktiert, um ein individuelles Gespräch zu vereinbaren. Meine Betreuerin hat dort mit mir meine Gliederung, mein Thema und meine Thesen besprochen, die ich ihr vorher schon zusenden musste. Ende des Monats gab es dann ein weiteres Treffen, wo diese Gliederung feststehen und unterschrieben werden musste. Ab diesem Zeitpunkt darf ich nur noch Änderungen mit Genehmigung meiner Betreuerin vornehmen. Die Betreuung ist wirklich dazu da, bei der Gestaltung des Themas zu helfen. Das bedeutet nicht, dass die entsprechende Person die Arbeit korrigiert. Dies wird vielmehr anonym von zwei Korrektor innerhalb der Universität und einer weiteren externen Person vorgenommen. Die Wahl der Betreuung hat somit keinen Einfluss auf die Benotung.

Ab dem Moment der Unterschrift kann mit dem Schreiben begonnen werden, allerdings musste man für die Gliederung schon eine Literaturliste anfertigen, sodass ich zu diesem Zeitpunkt schon einige Quellen gesucht und bearbeitet habe. Somit ist der Bearbeitungszeitraum recht lang, was nicht bedeutet, dass man erst vier Woche vor Abgabe mit dem Schreiben beginnen sollte! Gerade die Literaturrecherche kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und ist essentiell für das Erreichen einer guten Note.

Besonderer Schwerpunkt: Die Themenfindung

Das Thema ist unumstritten das Wichtigste bei der Planung der Masterarbeit. Es können Themen behandelt werden, die im Kurs nur knapp angesprochen wurden, oder auch solche, die noch gar nicht besprochen worden sind.

Das Thema muss eng genug sein, um mit 10.000 Wörtern tief genug analysiert werden zu können. Außerdem sollte es wissenschaftliche Quellen zum Thema geben.

Von der Universität wurde nahegelegt, bei der Themensuche auch an mögliche ausstehende Bewerbungen zu denken oder an die Möglichkeit einer Veröffentlichung nach der Masterarbeit. Ich habe vor allem nach einem Thema gesucht, mit dem ich mich gerne drei Monate lang beschäftigen möchte. Allerdings haben andere das Thema auch taktisch nach Aktualität gewählt, um es im Anschluss in einer Zeitschrift zu publizieren oder sich in dem entsprechenden Bereich mit diesem Wissen bewerben zu können.

Besonders wichtig ist es, eine oder mehrere Thesen aufzustellen, die bearbeitet und beantwortet werden sollen. Diese sollten so konkret wie möglich sein und am besten ein akademisches Problem bearbeiten, zu dem es nicht schon 200 andere Aufsätze gibt. Es muss nicht komplett neu sein, allerdings macht zu viel vorhandene Literatur das Entwickeln von neuen, eigenen Ideen doch schwierig. Aktuelle Probleme sind immer eine gute Wahl, dabei muss man nur darauf achten, dass es schon Literatur gibt, die nicht nur aus Zeitungsartikeln besteht. Am Ende ist dies eine wissenschaftliche Arbeit und soll sich auf akademischem Niveau mit einer Frage der Rechtswissenschaft befassen. Es kann jedoch auch ein interdisziplinäres Thema gewählt werden, mein Thema ist unter anderem verknüpft mit sozial- und betriebswissenschaftlichen Fragestellungen.

JurCase informiert:

Es ist empfehlenswert, sich in den laufenden Kursen schon Themen herauszuschreiben, die interessant sein könnten für die Masterarbeit.

Die Bedeutung der Masterarbeit

Die Masterarbeit macht bei meinem Programm 60 / 180 Credits aus und man muss ein A erreichen, wenn man insgesamt das Programm mit A abschließen möchte. Damit ist die Masterarbeit das Herzstück des Studiums und sollte unbedingt ernst genommen werden. 10.000 Wörter sind nicht übermäßig viel, vor allem, wenn man im juristischen Studium schon lange Hausarbeiten gewohnt ist. Dadurch, dass bereits für die Erstellung des Bearbeitungsplans einiges an Literatur ausgewertet werden muss, ist der Bearbeitungszeitraum von drei Monaten sehr großzügig. Eine erfolgreiche Masterarbeit ist definitiv erreichbar, ohne drei Monate lang täglich acht Stunden daran zu arbeiten, wenn man konzentriert und fokussiert die Schreibzeit nutzt und von den Betreuungsangeboten Gebrauch macht. Das Sommertrimester eignet sich daher besonders gut, um das Studienland durch Reisen etwas besser zu erkunden, wenn dies im vorherigen Studienverlauf zu kurz kam!

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Beitragsautor:

Lisa-Marie Schuchardt

Lisa-Marie Schuchardt

Lisa-Marie absolvierte nach ihrem Jurastudium ein Auslandsstudium in Aberdeen für den Master of Laws (LL.M.). Zu Beginn ihrer Tätigkeit bei uns schrieb sie hauptsächlich über das Studium. Im Anschluss dessen berichtete sie von ihrem Masterstudium. Außerdem leistete sie einen maßgeblichen Beitrag für unsere #Gewusst-Reihe.

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