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Welche Kanzlei passt zu mir? – Die Qual der Wahl

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Welche Kanzlei passt zu mir?

Die Qual der Wahl

Hat man sich erst einmal erfolgreich durch Jurastudium und Referendariat geackert, stellen sich schnell die nächsten Fragen, die in beruflicher Hinsicht durchaus wegweisenden Charakter haben können: Welche Arbeitsstelle ist die richtige für mich? In welchem Job habe ich eine langfristige Perspektive, fühle mich wohl und bewahre mir die Möglichkeit, auch neben meinem Beruf ein erfülltes Privat- und Familienleben zu führen? Diejenigen Berufseinsteiger, die sich für eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst entscheiden, haben es – gerade was die viel diskutierte Work-Life-Balance angeht – wahrscheinlich deutlich leichter. Wer jedoch als angestellter Rechtsanwalt bzw. Associate seinen Karriereweg beginnen möchte, muss sich diesbezüglich deutlich mehr Gedanken machen. Schließlich ist Kanzlei nicht gleich Kanzlei: Neben den zahlreichen deutschen, britischen und amerikanischen Großkanzleien bieten auch kleinere Kanzleiboutiquen, mittelständische Kanzleien sowie Rechtsabteilungen in Unternehmen attraktive Karriereperspektiven zu häufig recht unterschiedlichen Konditionen. Doch wo liegen hier eigentlich die Unterschiede und welcher „Kanzlei-Typ“ passt zu wem? Bei der Beantwortung solcher Fragen kann dieser Artikel helfen und einen Überblick über die bedeutendsten Unterschiede der diversen Einstiegsmöglichkeiten schaffen.

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Internationale Platzhirsche: Großkanzleien

Schon während des Studiums kommt man eigentlich kaum um sie herum: die international agierenden Großkanzleien. Auf gefühlt jeder zweiten Seite der gängigen juristischen Zeitschriften prangt ein bekanntes Firmenlogo und die Ankündigung eines neuen Recruiting-Events. Durch die vergleichsweise hohe Präsenz einiger Sozietäten ist sicherlich auch für manchen Nachwuchsjuristen der Eindruck entstanden, dass derartige Kanzleien den optimalen Start für eine bevorstehende „Elite-Karriere“ bieten. Auch immer weiter steigende Einstiegsgehälter, die – für besonders qualifizierte Bewerber – bis zu 125 000 Euro betragen können, steigern die Attraktivität solcher Arbeitgeber weiter. Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang aber auch, dass mit hoher Bezahlung auch hohe Erwartungen einhergehen und eine entsprechende Gegenleistung des Arbeitnehmers erwartet wird. Zum einen wird natürlich ein sehr gutes bis exzellentes Bewerbungsportfolio vorausgesetzt: Dieses sollte mindestens ein Prädikatsexamen sowie eine Promotion oder einen im Ausland erworbenen LL.M. umfassen. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von der wohl in der Praxis verstärkt zum Einsatz kommenden „Zwei aus Vier“ – Regel gesprochen. Um also die Chance zu haben, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, sollte der Bewerber mindestens zwei der nachfolgenden vier Kriterien erfüllen, mindestens aber ein Prädikatsexamen vorweisen können:

  • Im englischsprachigen Ausland erworbener LLM
  • Juristische Promotion
  • Prädikat im ersten Staatsexamen
  • Prädikat im zweiten Staatsexamen

Neben den durchaus (sehr) anspruchsvollen Bewerbungsvoraussetzungen spielt natürlich auch eine hohe zeitliche Flexibilität eine Rolle: Mit durchschnittlich 55 Wochenstunden muss ein Berufseinsteiger daher wohl auf jeden Fall rechnen. Je nach Praxisbereich kann übrigens auch die Arbeitsbelastung stark variieren und Arbeitsstunden bis spät in den Abend oder am Wochenende erfordern. Ein Beispiel für so einen Praxisbereich ist das Fusions- und Übernahmegeschäft, im englischsprachigen Raum auch „Mergers and Acquisitions“ (M&A) genannt. Inzwischen zeichnet sich aber auch der Trend ab, dass Großkanzleien nicht nur die Gehälter immer weiter steigen lassen sondern auch auf das bedeutsame Arbeitnehmerbedürfnis eines ausgeglichenen Lebensstils Wert legen. Durch die weltweite Vernetzung der meisten Sozietäten sind häufig außerdem auch Secondments möglich, genauso wie eine intensive, international ausgerichtete Fortbildung im Rahmen interner Veranstaltungen. Insgesamt bieten international tätige Großkanzleien herausragende Bezahlung und Konditionen, stets aber in Verbindung mit (sehr) hohem Arbeitsaufwand, anspruchsvollen Bewerbungsvoraussetzungen und teilweise nur beschränkten Aufstiegsmöglichkeiten, besonders was den Status des Equity Partners angeht.

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Klein aber fein: Kanzleiboutiquen

Nach und nach beginnen auch immer mehr kleinere Kanzleien, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren und versuchen, ebenso wie Großkanzleien, die besten Nachwuchsjuristen für sich zu gewinnen. Diese sogenannten Kanzleiboutiquen konzentrieren sich meist verstärkt auf spezielle Praxisbereiche und zeichnen sich durch eine übersichtlichere Firmenstruktur aus. Vor allem geht es ihnen darum, mithilfe hoch spezialisierter Rechtsanwälte in einem ganz bestimmen Wirtschaftsbereich Mandanten durch überragende Fachexpertise zu überzeugen. Die entsprechende Konsequenz ist, dass auch eigenes belegbares Spezialwissen bei einer Kanzleiboutique durchaus mehr Anklang finden kann als bei einer sehr breit aufgestellten Großkanzlei. Zum Beispiel können hier ein passendes Schwerpunktstudium oder andere Zusatzqualifikationen durchaus einen Vorteil im Bewerbungsprozess darstellen.

In Sachen Gehalt stehen einige Kanzleiboutiquen ihren großen Konkurrenten übrigens in nichts nach: Bei entsprechender Qualifikation sind auch hier durchaus sechsstellige Einstiegsgehälter möglich. Dementsprechend muss allerdings auch mit einer ähnlich hohen Arbeitsbelastung wie bei Großkanzleien gerechnet werden.

Ein Vorteil, den die meisten Kanzleiboutiquen gegenüber ihren größeren Konkurrenten haben, ist, dass sie meistens bessere Karriereperspektiven bieten – besonders im Hinblick auf das sehr ehrgeizige Ziel, eines Tages Equity Partner in einer Kanzlei zu werden. Flachere Hierarchien und ein früherer, intensiverer Mandantenkontakt können dazu ebenfalls beitragen – selbstverständlich nur, sofern die eigene Arbeitsleistung auch insoweit überzeugt.

Hier geht es zu den offenen Stellen bei Kanzleiboutiquen:

Echte Alternative: Rechtsabteilungen in Unternehmen

Durchaus attraktiv erscheinen auch die Möglichkeiten für Berufseinsteiger bei großen, international tätigen Firmen. Ganz besonders deutsche Automobilhersteller und Zulieferer verfügen allesamt über große Rechtsabteilungen für die talentierter Juristennachwuchs gesucht wird. Die Gehälter liegen zumeist zwar etwas unter dem Niveau der Großkanzleien, können sich aber – besonders im Vergleich zum Staatsdienst – durchaus sehen lassen: Zwischen 50.000 und 85.000 Euro sind möglich. Nicht zu vergessen sind weitere Vorteile, wie Bonuszahlungen, betriebliche Altersvorsorge und günstige Leasingkonditionen für ein Firmenfahrzeug.

Zu den inhaltlichen Aufgaben gehören in den breit aufgestellten Rechtsabteilungen großer Unternehmen meist das Arbeitsrecht, Kartellrecht und Compliance sowie Gesellschafts- und Steuerrecht. Dazu kommt die Aufgabe, mit externen juristischen Beratern zu kommunizieren, die die Rechtsabteilung in speziellen und besonders komplizierten rechtlichen Situationen unterstützen. Außerdem unterscheidet sich die Arbeit in einer Rechtsabteilung insofern von der in einer Kanzlei, als dass nicht einem Mandaten juristische Probleme verständlich erläutert werden müssen, sondern meistens mit anderen unternehmensinternen Abteilungen kommuniziert werden muss. Schließlich ist ja das Unternehmen für einen in der Rechtsabteilung tätigen Juristen nicht nur Arbeitgeber sondern gleichzeitig auch der „Mandant“, den es zu beraten gilt. Der Arbeit in solchen Rechtsabteilungen wird außerdem nachgesagt, dass die Arbeitsbelastung fest geregelten Strukturen folgt und daher auch unterhalb der Arbeitsbelastung von Großkanzleien und Boutiquen liegt. Nicht zuletzt sei auch erwähnt, dass die Aufstiegschancen innerhalb der großen Rechtsabteilungen zumeist als gut gelten und daher durchaus attraktive Karrieremöglichkeiten bestehen.

Hier geht es zu den offenen Stellen bei Rechtsabteilungen:

Fazit

Wer sich also entschlossen hat, seine berufliche Karriere als angestellter Rechtsanwalt zu beginnen und gute Qualifikationen vorweisen kann, hat am Arbeitsmarkt eine große Auswahl zwischen sehr unterschiedlichen Arbeitgebern, die alle attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten und darum bemüht sind, motivierte Nachwuchsjuristen an Land zu ziehen. Allerdings sollte man sich bei der Auswahl nicht ausschließlich auf den Faktor „Gehalt“ konzentrieren sondern auch die zu erwartende Arbeitszeit im Blick haben, die die Bezahlung schnell relativieren kann. Auch Zusatzleistungen, Möglichkeiten zu Auslandsaufenthalten und realistische Karrierechance sollten mit in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Wie man dann die einzelnen Faktoren gewichtet, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden und dementsprechend denjenigen Arbeitsplatz finden, der zu ihm persönlich passt.

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